Mein Name ist Chiara Adam-Gupta, ich habe im Jahr 2022 meinen ICEUS-Master abgeschlossen und arbeite nach einer ersten Station im Nachhaltigkeitsmanagement seit Januar 2025 als Program Managerin bei IndiaWorks.

Während meines Studiums wusste ich, dass ich international arbeiten und einen gesellschaftlichen Beitrag leisten möchte – aber noch nicht genau, in welcher Form. Besonders die deutsch-indische Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung haben mich früh interessiert. Ein prägender Moment war mein Praktikum bei der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Indien, bei dem ich erstmals erlebt habe, wie internationale Zusammenarbeit in der Praxis funktioniert.
Diese Erfahrungen habe ich in meiner Masterarbeit 2022 weiter vertieft und bin nach dem Studium zunächst im Nachhaltigkeitsmanagement eingestiegen. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass mir in meiner bisherigen Tätigkeit der internationale Kontext und insbesondere der Indien-Bezug gefehlt hat und ich wieder stärker an dieser Schnittstelle arbeiten möchte.
Mit meinem Einstieg bei IndiaWorks Anfang 2025 habe ich genau diese Nische gefunden. Heute arbeite ich im Bereich Fachkräftemobilität und begleite Fachkräfte und Auszubildende aus Indien auf ihrem Weg nach Deutschland. Ich unterstütze sie von der Vorbereitung über den Bewerbungsprozess bis hin zur Ankunft und bringe sie mit deutschen Arbeitgebern zusammen.
Mein Arbeitsalltag ist dabei sehr abwechslungsreich: Er reicht von der Abstimmung mit unserer Partnerorganisation in Indien über die Vorbereitung von Kandidatinnen und Kandidaten bis hin zur Zusammenarbeit mit Goethe-Instituten, der Botschaft, Kammern und deutschen Behörden im Rahmen von Visa- und Anerkennungsverfahren. Parallel dazu baue ich kontinuierlich Expertise im Aufenthaltsrecht auf.
Aktuell betreue ich rund 100 Kandidatinnen und Kandidaten, die ich im vergangenen Jahr nach Deutschland begleitet habe – für dieses Jahr ist ein deutlich größeres Volumen geplant. Inzwischen arbeite ich sowohl operativ als auch strategisch und habe begonnen, mein eigenes Team aufzubauen.
Ich bin regelmäßig in Indien vor Ort, begleite Delegationsreisen, besuche Kandidaten und arbeite eng mit unseren Partnern zusammen. Ein besonderes Highlight war meine Teilnahme am Indo-German Young Leaders Forum. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir dabei der persönliche Austausch mit Dr. Philipp Ackermann, dem deutschen Botschafter in Indien, in seiner Residenz in Neu-Delhi.
Was mich an meiner Arbeit besonders motiviert, ist die Kombination aus gesellschaftlicher Relevanz und persönlichem Impact. Deutschland steht vor einem zunehmenden Fachkräftemangel, während gleichzeitig in Indien viele motivierte junge Menschen nach Perspektiven suchen. Diese beiden Seiten zusammenzubringen, ist für mich eine sehr erfüllende Aufgabe.
Wenn ich heute auf mein Studium zurückblicke, wird mir klar, wie entscheidend es für meinen Weg war. Ich nutze viele der Inhalte im Alltag: Besonders natürlich interkulturelle Kommunikation, aber auch rechtliche Grundlagen. Am wichtigsten ist jedoch die Denkweise, die ich dort entwickelt habe: die Fähigkeit, Perspektiven zu wechseln und globale Zusammenhänge zu verstehen. Genau das bildet heute die Grundlage meiner Arbeit und dafür bin ich ICEUS sehr dankbar.
